Das Leipziger Forschungsprojekt zur Begabungsentwicklung (Charakter eines Modellversuchs)
Vorbemerkung
Im Jahre 1988 begann an der Hochschule für Musik "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig unter Leitung des Lehrstuhls
für Pädagogische Psychologie, Leiter des Lehrstuhls Prof. Dr. sc. Hans-Georg Mehlhorn, in Kooperation mit der Universität Leipzig, Lehrstuhl Bildungssoziologie,
Leiter des Lehrstuhls Prof. Dr. sc. Gerlinde Mehlhorn, die empirische Phase des Leipziger Forschungsprojekts zur Begabungsentwicklung. Das Projekt war als
Interventionsforschung geplant, die theoretisch begründete Intervention stand im Mittelpunkt der Forschung. Dieses Leipziger Projekt fand eine breite
Resonanz unter vielen Wissenschaftlern und Künstlern im In- und Ausland, die insbesondere in den industriell entwickelten Ländern das geringe kreative Niveau der
Kinder, ihre geringe Motivation zur eigenen Leistung, ihre geringen aktiven Interessen, das ständige Zurückgehen aktiver Beschäftigungen von Kindern und
Jugendliche in der Freizeit, die geringe Anstrengungsbereitschaft für das Erbringen persönlicher Höchstleistungen (in der Musik, im Sport, in den anderen
Künsten, in der Wissenschaft, in der Erfindertätigkeit) bemängelten und sich mit sehr vielen eigenen Ideen einbrachten, diese Situation zu verändern. Intensive
Kontakte wurden gepflegt zum Worldcouncil for gifted and talented children und nach ihrer Gründung zur ECHA.
Ausgangspunkt dieser Interventionsforschung war die Fragestellung, wie die Begabungspotenzen von Kindern durch ein speziell aufbereitetes Tätigkeitsprogramm mit einer starken
Orientierung auf geistig-künstlerische Aktivitäten durch speziell dafür geschulte Kräfte entwickelt werden können. Grundlage war die Erkenntnis, daß eine Begabung
erst entwickelt werden muß, bevor sie erkannt werden kann und daß wiederum die Diagnose des jeweiligen Entwicklungsstandes einer Begabung die Basis für die
weitere Förderung darstellt. Der Kern einer Begabung ist die Kreativität - erst das kreative Potential bestimmt, ob eine Begabung tatsächlich produktiv wird (deshalb
auch Projekt zur Kreativitätsentwicklung).
Dieses Projekt bildete die Grundlage für die Umsetzung der Ergebnisse in den ab 1992 gegründeten Kreativitätsschulen als Ergänzungsschulen/ freien Schuleinrichtungen sowie für
die ab 1997 gegründeten BIP-Kreativitätsgrundschulen als Ersatzschulen. Die bisherigen Ergebnisse an den beiden Schulformen entsprechen den Ergebnissen, wie sie
unter Hauptergebnisse dargestellt sind. Aufgrund der breiteren und intensiveren Interventionsmöglichkeiten in den Ersatzschulen liegen diese bisher über den
vergleichbaren Ergebnissen im Forschungsprojekt.
Diese Studie können Sie auch hier als PDF datei herunterladen.
Anfragen an den Autor (Hans-Georg Mehlhorn) unter mehlhorn@creativityschools.com
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