Ausgewählte Ergebnisse der BIP Kreativitätsgrundschule Leipzig
Bisherige Ergebnisse der BIP Kreativitätsgrundschulen toppen die Ergebnisse des 1988-1993 durchgeführten Leipziger
Forschungsprojekts zur Begabungs- und Kreativitätsentwicklung in vier repräsentativ ausgewählten Kindergärten und fortgeführt an vier
Grundschulen, welches die Grundlage der Gründung von BIP Kreativitätsschulen und der Fortbildung der Pädagogen zu Kreativitätspädagogen darstellt.
1993 erreichten zwischen 78 und 82 % der Schüler des vierten Schuljahres der
in die Interventionsforschung einbezogenen Klassen die Bildungsempfehlung
für den Übergang zum Gymnasium (Durchschnitt in Leipzig ca. 32 %).
An der BIP Kreativitätsgrundschule Leipzig waren es 100 % der Schüler.
Diese Schüler waren mit Gründung der Schule 1997 in das damalige
zweite Schuljahr übernommen worden. Dazu kommt, alle jene, die an den von
ihnen gewählten Gymnasien Aufnahmeprüfungen absolvieren mussten,
bestanden diese. Dieses Ergebnis ist bereits bekannt.Seither erreichten dieses Ergebnis in der Regel um oder über 90 % der Schüler des 4. Schuljahres.
Die Gründe dafür sind in der
Entwicklung der allgemeinen Leistungsfähigkeit dieser Kinder zu suchen:
Diese allgemeine Leistungsfähigkeit
wird traditionell mit Intelligenztests gemessen und in gewissen Umfang
dadurch auch vergleichbar gemacht. Ausgedrückt wird damit, in welchem Maße
ein Kind/ Jugendlicher im Vergleich zu anderen aller Wahrscheinlichkeit
nach geistige Anforderungen bewältigen kann. Die engsten Zusammenhänge
gibt es bei Schülern z.B. traditionell
zu Mathematik- und Physikleistungen. Nach unserer Position drückt ein
Intelligenztestergebnis die aktuelle Mindestleistungsfähigkeit einer
Untersuchungsperson aus, das heißt, zu den gezeigten Leistungen ist sie
mindestens in der Lage, aber dieses Ergebnis sagt nichts darüber aus, ob
dies bereits das ihm.
Mögliche ist oder ob unter günstigeren Bedingungen noch
deutlich bessere Ergebnisse, auch bessere Intelligenztestergebnisse, möglich
wären. (Vgl. dazu unsere Grundpositionen in Gerlinde Mehlhorn/ Hans-Georg Mehlhorn, Intelligenz – Zur
Erforschung und Erntwicklung geistiger Fähigkeiten (1981). Im allgemeinen
werden Kinder/ Jugendliche, die zu den 1 % Testbesten gehören als Höchstbegabte
bezeichnet (also einer unter 100 der Gleichaltrigen), und jene, die zu den
5 % Besten gehören, werden als die Hochbegabten bezeichnet (also 5 unter 100). Nun zu den hier erstmals veröffentlichten Ergebnissen:
Im genannten Forschungsprojekt zeigten sich vor Beginn des Projekts keine Unterschiede zur Gesamtheit
aller Gleichaltrigen (damals der untersuchten ca. 5jährigen Kinder 1988).
Zwei Jahre später (1990) erreichten 9 % der Schüler des
Forschungsprojekts – gemessen mit dem Intelligenztest Progressive
Matrizen von J.C. Raven - Intelligenztestleistungen,
wie nur 1 % der Testbesten unter Gleichaltrigen. Das bedeutet eine
Steigerung des Anteils der nach Testleistung Höchstbegabten um das
Neunfache. Kein Schüler erzielte andererseits mehr solche geringen Werte, wie sie 50 %
der Gleichaltrigen aufweisen (IQ unter 100).
Von den Schülern des ersten und
zweiten Schuljahres der BIP Kreativitätsgrundschule Leipzig erreichten
zum Ende des Schuljahres 2000/ 2001 jeweils 50 % der Schüler gleich hohe
Testleistungen, wie nur 1 % der jeweils Gleichaltrigen. Das heißt, der
Anteil der nach Testleistung Höchstbegabten stieg um das Fünfzigfache.
Danach wären 50 % der Schüler dieser Klassen höchstbegabt.
Hochbegabt, also zu den 5 %
Testbesten, gehören nach den gleichen Testergebnissen insgesamt 60 % der Schüler
des ersten Schuljahres und 70 % der Schüler des zweiten Schuljahres.
Insgesamt stellen wir fest: Im
ersten Schuljahr lagen die Ergebnisse aller Schüler im oberen Drittel der
Gleichaltrigen – der Durchschnitt lag prozentual betrachtet bei einem
Prozentrangwert von 94,2 %. im zweiten Schuljahr lagen alle
im oberen Achtel (alle gehören zu den 12 % Testbesten gleichaltriger Schüler)
– Durchschnitt Prozentrangwert 96,45 %. Der Intelligenzquotient (IQ)
liegt durchschnittlich jeweils über 124 bzw. über 127. Die Ergebnisse
sind also vom ersten zum zweiten Schuljahr noch weiter nach oben
verschoben.
Von den nach ihren Testergebnissen höchstbegabten Schülern besuchten 66 %
mindestens ein Jahr das Kindergarten- bzw. Vorschulprogramm „Minimax“
der Little Genius Kreativitätsschule Leipzig, was nachdrücklich auf die zusätzlich fördernde Wirkung dieses
Vorschulprogramms verweist, das alle Little Genius Kreativitätsschulen in
vergleichbarer Qualität anbieten (dieser Titel wurde bisher verliehen an
die Schulen in Leipzig, Halle, Paderborn). Vergleichbare Programme werden
bereits oder noch im Jahr 2000 auch an den BIP Kreativitätsgrundschulen
in Chemnitz und Heidenau sowie an den Little Genius - Kreativitätsschulen
in Halle und Paderborn angeboten. Ein vergleichbares Angebot gibt es an
der Kreativitätsschule Erfurt.
Da, wie dargestellt, nach unserer Position Intelligenztestleistungen immer eine aktuelle Mindestleistungsfähigkeit
ausdrücken, stellen diese in jeweils nur einem Test erfassten Werte nicht
das individuelle Optimum aller Schüler dar. Die Schülerin mit der
geringsten Testleistung im 3. Schuljahr erzielte in einer Untersuchung in
einer psychologischen Beratungsstelle einen IQ über 140.
Allerdings:
Auch wenn diese Ergebnisse die Interpretation nahe legen, dass es sich an
den BIP Kreativitätsgrundschulen vorwiegend um hoch- und höchstbegabte
Schüler handelt, ist dies nur richtig, wenn man die Ergebnisse mit
Kindern aus „normalen“ Grundschulen vergleicht. Die hier dargestellten
Ergebnisse stellen nur das durch diese Schulen freigesetzte intellektuelle
Potential dar. Das wird am Beispiel der dargestellten Resultate des
Forschungsprojekts deutlich. In BIP Kreativitätsschulen aufgenommen
werden alle Schüler in der Reihenfolge ihrer Anmeldungen, Aufnahmeprüfungen
werden nicht vorgenommen. Die höheren Resultate gegenüber denen des
Forschungsprojekts sind das Ergebnis der entsprechenden Befähigung aller
an den BIP Kreativitätsgrundschulen tätigen Pädagogen, der höheren
Intensität der unter dem Aspekt ihrer Kreativitätsentwicklung zusätzlich
eingeführten Tätigkeitsfelder und der methodischen Veränderungen.
Grundsätzlich sind diese Ergebnisse in allen Schule erreichbar, die
konsequent die Prinzipien, Organisationsformen und Methoden der Kreativitätspädagogik
übernehmen – und deren Pädagogen sich entsprechend qualifizieren.
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